Lastenheft

1.    Ausgangssituation   

Die Firma WF Maschinenbau und Blechformtechnik stellt Maschinen für Streck- und Drückwalzteile her.

In diesen Maschinen kommen ein bis drei große Hydraulikaggregate mit Leistungen bis zu 250kW zum Einsatz. Für den optimalen Betrieb dieser Aggregate muss das Hydrauliköl auf einer Temperatur zwischen 42°C und 45°C gehalten werden. Dazu sind die Maschinen mit einem Wärmetauscher ausgestattet, welcher primärseitig durch das Hydrauliköl und sekundärseitig durch das Kühlwasser durchflossen wird.

Abhängig von der Öltemperatur wird durch die Maschinensteuerung ein Ventil geschaltet,  und dadurch der Wärmetauscher mit dem Kühlwasser versorgt. Damit dieser optimal arbeitet, wird ein konstanter Wasserdruck zwischen 2 und 3 bar benötigt.

Für die Werksinbetriebnahme der Maschinen wird das benötigte Kühlwasser momentan aus einem Bohrloch entnommen und nach dem Kühlvorgang über einen Bach in die Natur zurückgeführt.

Abhängig von der entnommenen Wassermenge und den äußeren Witterungsverhältnissen kommt es vor, dass dieses Bohrloch von Zeit zu Zeit nicht die benötigte Menge Wasser liefern kann.

Weitere Informationen über die Firma und die Maschinen finden Sie unter:

http://www.wf-maschinenbau.de

 

2.    Zielsetzung 

Es soll ein neues Kühlwasser-Kreislaufsystem installiert werden. Dafür wird durch den Auftraggeber eine Zisterne beschafft und auf dem Firmengelände ins Erdreich eingelassen.

Mit einer über einen Frequenzumrichter gespeisten Pumpe soll das Wasser aus dieser Zisterne gefördert und mit dem benötigten Druck zu den Maschinen gepumpt werden. Um die verschiedensten Maschinen mit unterschiedlichen Wasserverbräuchen in der Inbetriebnahmehalle gleichzeitig betreiben zu können, muss der Druck erfasst, ausgewertet und über den Frequenzumrichter geregelt auf dem benötigten Level gehalten werden.

Das aufgewärmte Wasser wird anschließend über eine Rücklaufleitung wieder der Zisterne zurückgeführt.

Die Bedienung des Systems erfolgt durch das Inbetriebnahme-Personals des Auftraggebers.

Primär soll dieses System für die Inbetriebnahme-Halle geplant, ausgelegt und umgesetzt werden.

Die Anlage soll am Standort in Sendenhorst installiert werden, die Inbetriebnahme soll zum Ende des Jahres erfolgen.

Ansprechpartner des Auftraggebers ist:

 

Herr Norbert Peters

Leiter Steuerungstechnik

 

3.    Produkteinsatz

 

Sämtliche Hardware wird durch den Auftraggeber gestellt.

Es sollen die folgenden Hauptkomponenten verwendet werden:

 

Der vollständig kommentierte Programm-Code ist dem Auftraggeber mit der finalen Dokumentation auszuhändigen.

In allen Ausführungen hat die Anlage dem derzeitigen Stand der Technik, sowie allen einschlägigen behördlichen Vorschriften und Richtlinien zu entsprechen.

Am Aufstellungsort herrschen keine abweichenden klimatischen Bedingungen, so dass an das Produkt keine nennenswert gesonderten Anforderungen zu stellen sind.

Es wird eine Spannungsversorgung von 230/400V 50Hz bauseits bereitgestellt. 

 

4.    Funktionale Anforderungen

 

Der Wasserdruck im Vorlauf muss unabhängig von der Anzahl der zugeschalteten Wärmetauscher zwischen 2 und 3 bar gehalten werden.

Über ein Display wird die Anlage bedient, zusätzlich sollen folgende Prozesswerte visualisiert werden:

Die Bedienoberfläche des HMI ist einfach und intuitiv zu gestalten.

Anhand der Prozesswerte sollen die Wärmeverluste der Maschinen ausgewertet werden.

Bei kritischem Wasserstand oder zu hoher Temperatur in der Zisterne soll eine Warnung ausgegeben werden.

 

 

5.    Optionale Anforderungen 

Optional soll auch eine Versuchshalle, in welcher bis zu drei Maschinen betrieben werden können, mit eingebunden werden.

Weiterhin soll bei dem Projekt unter wirtschaftlichen Aspekten geprüft werden, ob dem aufgewärmten Wasser genügend Energie entzogen werden kann, um diese über einen Wärmetauscher der Gebäudeheizung bereit zu stellen.

 

 

6.    Lieferumfang

 

Der Auftragnehmer ist für die Auslegung der Hardware, sowie das Software-Engineering zuständig. Letzteres umfasst die Programmierung der Steuerung und des Displays sowie der Parametrierung des Frequenzumrichters.

Die Sensorik muss vom Auftragnehmer eigenständig ausgewählt und vom Auftraggeber freigegeben werden. Des Weiteren ist die benötigte Leistung von Förderpumpe und Umrichter durch den Auftragnehmer zu ermitteln.

Die Schaltpläne sind in digitaler und ausgedruckter Form mit einem CAD-Schaltplaneditor zu erstellen.

Eine vollständige deutsch-sprachige Projektdokumentation ist am Projektende in digitaler sowie in Papierform dem Auftraggeber auszuhändigen.

Für die Inbetriebnahme der Anlage ist der Auftragnehmer zuständig. Hierbei ist, ebenso wie bei der Installation der Anlage, eine enge Absprache mit dem Auftraggeber notwendig. Zu jedem Zeitpunkt ist die Verfügbarkeit der Kühlwasserversorgung zu gewährleisten, um Liefertermine des Auftraggebers nicht zu gefährden.

Der Bau des Schaltschrankes erfolgt durch die Elektro-Abteilung des Auftraggebers nach den Vorgaben des Auftragnehmers.

Die Installation der Zisterne und Rohrleitungssysteme für den Kühlwasserkreislauf wird von der Firma WF Maschinenbau übernommen und beauftragt.

 

7.  Änderungen am Lastenheft 

 

Änderungen am Lastenheft durch den Auftraggeber sind während der Projektphase nur in Absprache mit dem Auftragnehmer möglich. Diese müssen durch den Auftraggeber eingebracht und vom Auftragnehmer bestätigt werden.

 

8.    Qualitätsanforderungen und Abnahmekriterien 

 

Für die Abnahme der Anlage ist ein mindestens achtstündiger Dauertest mit einer Maschine zu bestehen. Dabei muss der Wasserdruck konstant bei den geforderten Werten zwischen 2 und 3 bar liegen.

Das Bediengerät muss die geforderten Prozesswerte übersichtlich anzeigen und dessen Bedienung intuitiv sein. Nach einer kurzen Einweisung muss die Anlage durch die Mitarbeiter des Auftraggebers bedient werden können.